USA

Reiseblog durch den Südwesten der USA

Donnerstag, 14. Mai 2015

Grindavík - Grundarfjörður on the road again

Heute war der erste richtige Tag auf den Straßen Islands. Wir haben heute morgen fast pünktlich um 10:20 Uhr das Guesthouse verlassen und haben uns in Richtung Norden, auf den Weg nach Grundarfjörður gemacht.


Anstatt der von Google veranschlagten 3:50h haben wir den ganzen Tag dafür gebraucht. Naja, man muss fairerweise sagen, dass wir uns echt Zeit gelassen haben. Zwischendurch mussten noch n paar Isis gekuschelt werden und Höhlen die auf der Karte standen aber überhaupt nicht da sind haben wir auch noch gesucht. Aber alles der Reihe nach.

Wir sind also erst mal in Richtung Norden los, und weil wir ja den ganzen Tag Zeit haben und im nächsten Hostel so oder so erst ab 15 Uhr einchecken konnten, haben wir uns eben mit allem echt Zeit gelassen. Beinahe wären wir in einem der sehr seltenen Tunnel Islands gelandet und hätten erst mal saftig Maut zahlen müssen. Da unser Navi leider taubstumm ist und nicht mit uns redet, sondern nur Zeichensprache kann. Aber in letzter Sekunde haben wir noch die Kurve gekriegt und sind eben um die Bucht rum gefahren und nicht darunter hindurch. Auf der mautfreien Strecke haben wir dann auch direkt an der Mietwagen Rally Teilgenommen. Erster Stopp: Eine Herde sehr freundlicher Island Pferde mit Kuschel Entzug direkt am Straßenrand. Da ist es unmöglich dran vorbei zu fahren!




Die Straße Führt auch zu einem der beliebtesten Nationalparks hier, der aber erst nächste Woche auf unserer Liste steht. Also war die Straße voll mit Europcar, Avis, Budget und Co.

Der Zweite Halt war ein kleiner aber eher unspektakulärer Wasserfall. Irgendwie wird hier jedes 2. Loch am Straßenrand zur Attraktion und man muss echt aufpassen, dass man nicht jedem ''Sightseeing'' Schild hinterher fährt. Wir sind auch einmal abgebogen, da es sich auf dem Schild um eine anscheinend super tolle Brücke über einen Bach führt handelt. Letztendlich war das Brücklein so klein, gewöhnlich und unspektakulär, dass es sich noch nicht einmal gelohnt hat aus dem Auto zu steigen und ein Foto zu machen. Von da an haben wir beschlossen nach unserer in Deutschland gekauften Island Karte zu fahren und eben die eingezeichneten Sehenswürdigkeiten auf unserem Weg anzufahren. Leider war das auch nicht besser und wir landeten auf der Suche nach einer Höhle (die wir nie gefunden haben) auf einer Straße die den Titel ''Highway to hell'' wohl verdient hätte. Es sah aus und fuhr sich auch wie auf dem Weg nach Mordor oder irgend einer verlassenen Gegend auf dem Mars. Lavafelder Verwerfungen soweit das Auge reicht und mitten drin eine Schotter-Schlagloch Piste mit unserer roten Reisschüssel (jetzt ist sie leicht braun/grau). Verwirrend auch, dass mitten im Lava Feld Straßenschilder stehen an welchen man abbiegen können sollte, es sich aber überhaupt keine Straße dort befindet. Nicht einmal einen Wanderweg konnte man finden. Ohne Kompass und Ortskenntnissen ist man hier abseits der Schotterpiste also vollkommen Planlos.



Um für ein wenig Sicherheit auf der Schotter-Achterbahn zu sorgen gibt es wenn man auf eine Kuppe zu fährt die man nicht überblicken kann ein nettes Schild, dass darauf aufmerksam macht, dass man einen Hügel hinauf fährt und nichts sieht. Oben angekommen wird die ''Straße'' für wenige Meter Zweispurig und es steht ein großes Pfeil-Schild mitten auf der Straße, damit man auch seine Spur findet. Sorgt im deutschen Hirn im ersten Moment aber eher für Verwirrung, aber nach dem zweiten hat man den Sinn dann verstanden und es läuft alles ganz normal.


Auch normal ist, auf den Schotter-Pisten 80 zu fahren. Das hat uns zuerst verwirrt, da keiner, der noch alle Tassen im Schrank hat, in Deutschland auf so einer Straße 80 fahren würde. Nach ca. 500m weiß man aber warum. Sobald man langsamer wird fängt das komplette Auto an zu vibieren und wird total durchgeschüttelt. Ab 80 km/h relativiert sich das wieder und es kommt so etwas wie Fahrgefühl auf. Man muss nur die Steinschläge im Unterboden lernen zu ignorieren. Auf unserer Strecke bis/nach/durch Mordor-Landschaft ist uns zum Glück nur ein Fahrzeug entgegen gekommen, sonst wären Bai-Ling Kischde jetzt wahrscheinlich gesprenkelt mit Steinschlägen. Man kann wohl sagen, wir waren heute mal so richtig in der Pampa! Ab und zu kommt man an einem halb zusammengefallenen Hof vorbei oder einer kleinen Kirche. Selbstverständlich aus Wellblech! Baustoff Nummer 1 hier. Aber es fällt auf, der Hof kann noch so mies aussehen, die Kirche dazu ist von außen immer schick. Nicht verlassene Höfe erkennt man an Pferden die drum herum grasen. Was die Bauen mit den vielen Pferden in dieser verlassenen Gegend machen wissen wir nicht. Es sind jedenfalls sehr viele pro Hof und so viele Touristen verirren sich nicht auf diese Strecke.




Nach unserer Expedition in die Wildnis sind wir dann auch wieder auf die Mietwagen Rennstrecke abgebogen und an einem riesen Krater vorbei gekommen. Leider haben wir keine Straße gefunden, die uns dort hin geführt hätte. Wir haben unser bestes versucht, aber leider ohne Erfolg. Leider wissen wir nichts über diesen Krater außer, dass er wahnsinnig cool aussieht.


Nachmittags sind wir dann so langsam unserem Ziel näher gekommen und konnten dann so gegen 17 Uhr im Hostel einchecken. Das ist hier aber quasi noch mitten am Tag. Vor 22:30 Uhr geht die Sonne nicht unter und um 4:30 Uhr geht sie wieder auf. Also schnell die Sachen ins Zimmer. zum Glück haben wir die Hostels alle schon gebucht, denn die Asiaten und die Amerikaner sind wie Ameisen hier, sonst wäre es nichts geworden mit den Zweibettzimmern. Dann ging es ab zu den Wasserfällen hier. Es gibt drei Stück hier quasi an den Enden vom Dorf verteilt. Einer ist sehr gut zu erreichen, mit Touristen Parkplatz und allem drum und dran. Einer ist etwas schwieriger, da muss man durch die Schafsweide und Pferdekoppeln und der letzte ist der wohl am schwierigsten zu erreichende und auch nicht offiziell ausgeschrieben. Um zu diesem zu kommen, muss man ca. 200 Höhenmeter mehr oder weniger gerade aus den Berg hoch. Dieser sieht am coolsten aus, der ist auch noch halb gefroren. Genau diesen haben wir uns ausgesucht, um ihn als erstes anzuschauen. Also Kamera und Stativ geschultert und ab mit den guten 25€ Deichmann Schuhen den Berg hoch ins Eis (blöde Trekking Schuhe von LARCA machen Blasen!). Naja mehr Schnee als Eis. Es war verdammt anstrengend. Ich glaube nicht, dass viele Touristen auf die Idee kommen da hoch zu laufen. Aber es hat sich ausgezahlt. Es ist wirklich ein Prachtstück!
 Es sieht auf dem Bild wirklich deutlich flacher aus als es in Wirklichkeit ist.
 
Dann schnell ein paar Fotos gemacht und nichts wie ab den Berg wieder runter, denn mittlerweile ist der Wind schon so stark, dass man bei Gegenwind schon fast Probleme mit dem atmen bekommt. Das Wetter soll leider in den nächsten Tagen schlechter werden. Mal schauen was uns so erwartet.

Nachdem wir dann wieder unten waren wollten wir uns den Touristen Wasserfall natürlich nicht nehmen lassen, vor allem liegt der richtig schön vor dem Berg, der das Wahrzeichen von Grundarfjörður ist. Im Sommer sind hier zusätzlich alle Flächen richtig schön grün. Das heißt alles, was wir jetzt braun/vertrocknet sehen, wird mal grün werden. Dafür sind wir aber leider 2 Monate zu früh dran. Sieht trotzdem schön aus. Wann bekommt man denn sonst noch 463m Berg und Wasserfall auf ein Foto??