Damit wir die Haupt-Touri-Route
hier im Südwesten auch komplett durch haben, sind wir dann noch durch den Þingvellir
Nationalpark gefahren und haben uns im Regen eine geschichtsträchtige 40m hohe
Felsspalte angeschaut. Hier wurde bereits um 930, also am Ende der Landnahme
durch vor allem norwegische Wikinger, einmal jährlich während zwei Wochen im
Juni die traditionelle, gesetzgebende Versammlung Alþing abgehalten. Sie hatte
sowohl gesetzgeberische als auch Gerichtsbarkeits-Funktionen. Es handelt sich
um eines der ältesten Parlamente der Welt – nach denen in Griechenland und im Römischen
Reich der Antike. Es bestand bis ins Jahr 1798, als die Dänen das Althing
auflösten. Þingvellir liegt mitten in der Grabenbruchzone und man kann deutlich
die Felsspalten der auseinanderdriftenden Kontinentalplatten erkennen.
Irgendwie schon beeindruckend.
Danach gings ab nach Reykjavik
zum Shoppen. Oder besser gesagt mehr gucken als shoppen. An jeder Ecke gibt es
Souvenirläden und Shops, die selbstgestrickte Island-Pullover verkaufen. Mal im
Ernst, die sehen schon nicht schlecht aus und werden von der isländischen
Bevölkerung mit Stolz getragen, aber wenn es eben bei den Pullovern bei 100€
erst los geht, ist das natürlich ein zu teures Souvenir. Leider….. Dafür haben
wir ein paar kleinere Sachen gefunden und uns zum Abschluss unserer Shopping
Tour bei 4°C noch ein typisch isländisches Eis mit auf den Weg genommen. Sehr
lecker, Eis aus wilden Blaubeeren, nur zu empfehlen!!
Um den Tag dann noch mit etwas
Außergewöhnlichem ausklingen zu lassen, sind wir auf dem Rückweg zum Hostel
durch Hveragerði gefahren. Dies ist ein Dorf in einer geothermal hoch aktiven
Region. Es gibt hier so viele heiße Quellen, dass hier in Gewächshäusern
tropisches Klima herrscht und die Leute allerlei Obst und Gemüse anbauen. Sogar
Bananen sollen in einem dieser Gewächshäuser wachsen. Das Highlight von Hveragerði
ist allerdings ein Restaurant, in dem mit geothermaler Hitze gekocht wird. Das
Ganze entstand eher zufällig. Als nach einem Erdbeben eine heiße Quelle im
Keller von Chef Martins Haus auftauchte, machte er das Beste daraus und nutze
diese als Herd. Sein Herd hat konstante 170°C und er findet es super. Heute ist es die Attraktion des Dorfes schlechthin. Wir sind
natürlich dort essen gegangen. Wer möchte darf sein Essen vom Herd bis zum
Platz verfolgen. Wir haben nach dem Essen Martins Geschichte gelauscht. Das
Essen war lecker, das Ambiente eher so wie beim Asiaten um die Ecke. Bier aus
der Dose mit Glas dazu und mein 7up kam in einer 0,5er Plastikflasche. Naja,
war trotzdem gut, allerdings, wenn man es nicht weiß, dass das Essen vom
Geothermalherd kommt, schmeckt man es auch nicht :-) Theoretisch hätten die uns
alles erzählen können.