USA

Reiseblog durch den Südwesten der USA

Montag, 25. Mai 2015

Vervollständigung des Golden Circle



Damit wir die Haupt-Touri-Route hier im Südwesten auch komplett durch haben, sind wir dann noch durch den Þingvellir Nationalpark gefahren und haben uns im Regen eine geschichtsträchtige 40m hohe Felsspalte angeschaut. Hier wurde bereits um 930, also am Ende der Landnahme durch vor allem norwegische Wikinger, einmal jährlich während zwei Wochen im Juni die traditionelle, gesetzgebende Versammlung Alþing abgehalten. Sie hatte sowohl gesetzgeberische als auch Gerichtsbarkeits-Funktionen. Es handelt sich um eines der ältesten Parlamente der Welt – nach denen in Griechenland und im Römischen Reich der Antike. Es bestand bis ins Jahr 1798, als die Dänen das Althing auflösten. Þingvellir liegt mitten in der Grabenbruchzone und man kann deutlich die Felsspalten der auseinanderdriftenden Kontinentalplatten erkennen. Irgendwie schon beeindruckend.




 
Danach gings ab nach Reykjavik zum Shoppen. Oder besser gesagt mehr gucken als shoppen. An jeder Ecke gibt es Souvenirläden und Shops, die selbstgestrickte Island-Pullover verkaufen. Mal im Ernst, die sehen schon nicht schlecht aus und werden von der isländischen Bevölkerung mit Stolz getragen, aber wenn es eben bei den Pullovern bei 100€ erst los geht, ist das natürlich ein zu teures Souvenir. Leider….. Dafür haben wir ein paar kleinere Sachen gefunden und uns zum Abschluss unserer Shopping Tour bei 4°C noch ein typisch isländisches Eis mit auf den Weg genommen. Sehr lecker, Eis aus wilden Blaubeeren, nur zu empfehlen!! 

 
Um den Tag dann noch mit etwas Außergewöhnlichem ausklingen zu lassen, sind wir auf dem Rückweg zum Hostel durch Hveragerði gefahren. Dies ist ein Dorf in einer geothermal hoch aktiven Region. Es gibt hier so viele heiße Quellen, dass hier in Gewächshäusern tropisches Klima herrscht und die Leute allerlei Obst und Gemüse anbauen. Sogar Bananen sollen in einem dieser Gewächshäuser wachsen. Das Highlight von Hveragerði ist allerdings ein Restaurant, in dem mit geothermaler Hitze gekocht wird. Das Ganze entstand eher zufällig. Als nach einem Erdbeben eine heiße Quelle im Keller von Chef Martins Haus auftauchte, machte er das Beste daraus und nutze diese als Herd. Sein Herd hat konstante 170°C und er findet es super. Heute ist es die Attraktion des Dorfes schlechthin. Wir sind natürlich dort essen gegangen. Wer möchte darf sein Essen vom Herd bis zum Platz verfolgen. Wir haben nach dem Essen Martins Geschichte gelauscht. Das Essen war lecker, das Ambiente eher so wie beim Asiaten um die Ecke. Bier aus der Dose mit Glas dazu und mein 7up kam in einer 0,5er Plastikflasche. Naja, war trotzdem gut, allerdings, wenn man es nicht weiß, dass das Essen vom Geothermalherd kommt, schmeckt man es auch nicht :-) Theoretisch hätten die uns alles erzählen können.