Heute ganz oben auf der Liste: Geheimtip von den Australiern von der Waltour ausprobieren. Die nette Dame hatte uns gestern auf dem Boot erzählt, dass es bei Egilstaðir eine Stelle gibt, an der die Papageientaucher nisten. Alle Angaben, die wir gestern hatten, waren: In Egilstaðir geht eine ''scary'' Schotterpiste bis dahin. Also waren wir gestern gegen 21:30 Uhr dort, haben aber die besagte Schotterpiste nicht gefunden. Also, was nun? Hinter der Tourist-Information war ein Campingplatz mit drei deutschen Wohnwägen. Also nix wie hin, die kennen sich bestimmt bestens aus. Es war ein lustiges Rentnergrüppchen aus zwei Berlinern, zwei aus Bayern und zwei aus Sachsen. Alle hatten offensichtlich und zu unserer Belustigung schon ein paar Flaschen Wein intus. Planlos waren sie leider auch, aber sehr hilfsbereit. Die eine suchte irgend einen Prospekt was zu einem kleine Ehestreit geführt hat, da der Ehemann meinte, Hochglanzprospekte sind eh nie wie die Realität und völlig sinnlos (Berlin). Die andere suchte nach Karten und Reiseführern mit Insider Tips (Sachsen). Dirk hat sich unterdessen mit den Männern der Truppe unterhalten, ob man jetzt Pferdefleich essen soll oder besser nicht. Gefunden haben wir den Platz nicht. Also haben wir uns dann von der lustigen und mittlerweile sehr aufgewühlten Truppe verabschiedet und unser Glück in einer Bar um die Ecke versucht. Die netten Mädels konnten uns dann auch helfen. Das Problem war nur, dass die Stelle nicht einfach so um die Ecke war, sondern das ganze Spektakel findet 1h Fahrt entfernt statt. Also haben wir das für den Tag sein lassen. Ein bisschen geärgert haben wir uns schon, da man Papageientaucher am besten früh morgens oder am Abend an ihren Nestern beobachten kann. Früh morgens kam für uns auf keine Fall in Frage. Also ab zum Hostel und schlafen. Heute morgen haben wir dann beschlossen, einfach mal hin zu fahren und unser Glück zu versuchen. Man kann sagen, dass Glück hatten wir wirklich. Wir sind also die ''scary'' Schotterpiste den Berg hoch gefahren. Allerdings haben wir die ganze Zeit auf den scary Moment gewartet - vergeblich..... Sind eben nix mehr gewohnt diese Australier :-)) Also waren wir dann in Borgarfjörður Eystri, einem Dorf in der absoluten Pampa, wo der Fisch hinterm Haus zum trocknen am Hozgitter hängt.

Dann ist man aber noch nicht ganz da. Die Vögel nisten erst 5km weiter an einem kleinen Hafen, wo die Straße dann auch endet. Wir haben Glück! Ein paar Vögel sind wohl auch Spätaufsteher und haben auf uns gewartet. Es ist wirklich wundervoll diesen knuffigen und tollpatschigen Vögeln von so nah zuzuschauen. Wie waren ca. 5m von ihnen entfernt. In der gleichen Kolonie nisten unter anderem auch noch Dreizehenmöven und Eissturmvögel, die Hauptzahl jedoch sind Papageientaucher (Puffin/Lundi).
Der kleine Kerl muss zum Fliegen seine Flügel 400mal in der Minute schlagen.
Dreizehenmöwe
Eissturmvogel
Also, Tagesziel war fast erfüllt. Jetzt nur noch ab nach Höfn! Die nicht ''scary'' Piste wieder zurück! Auf halber Strecke kommt uns auf einmal ein deutsches Auto mit Autorucksack entgegen. Moment mal, das kann nur einer sein! Vollbremsung auf beiden Seiten! Es sind Georg und Sylvia aus Osar mit den Kindern! Die Freude und das Gelächter ist groß! Die Welt ist eben doch ein Dorf! Mitten in der Pampa sieht man sich wieder. Die vier bleiben bis zu ihrer Abreise mit der Fähre von Seyðisfjörður aus in Egilstaðir und machen kleinere Touren. Wir haben uns gleich den nächsten Tipp abgeholt. Die Küstenlinie fahren, es gibt Rentiere zu sehen! Juhuu und wir haben sie gefunden! keine 5min außerhalb von Egilstaðir stand schon die erste Herde im Straßengraben. Vorher haben wir allerdings noch einen Expressstopp bei der Rentnertruppe vom Vorabend eingelegt, um zu berichten wo denn ''diese bunten Vögel'' jetzt sind. Sie waren sehr begeistert und die Berliner wollten am gleichen Tag noch dort hin fahren. Ich hoffe nicht, dass sie Georg und Sylvia den Rückweg mit dem Wohnmobil blockiert haben :-) Wenn, dann SORRY!



Je weiter
man jetzt südlich fährt, desto zerklüfteter wird die Küste, und desto
grüner die Landschaft. Vorbei an Wasserfällen, die sich jetzt auch mehr und mehr häufen. Allerdings nie richtig massive, sondern eher viele kleinere nebeneinander.
Auch die Population der Schafe nimmt deutlich zu. Muhammad Ali haben wir auch noch am Straßenrand aufgegabelt (der dicke braune
Bock)
Höfn hat uns dann mit einem Regenbogen begrüßt. Willkommen im Zuhause für die Nacht.