Ich bin ein wenig hinterher mit meinen ganzen Einträgen hier. Leider gab es in den letzten Hostels kein Internet. Von Höfn aus gings dann also weiter die Südküste entlang. Es wird langsam grüner. Es ist ein ständiger Wechsel zwischen Schafsweiden, Pferdekoppeln und der ein oder anderen Herde Kühe. Dann gibt es wieder Abschnitte mit endlos schwarzen Lavasandstränden auf der einen und Wasserfällen auf der anderen Seite.
Sobald man in die
Region der Gletscher des Vatnajökull kommt, sieht man die beeindruckenden
Gletscherzungen, die sehr nahe an die Küste bzw. die Straße hin auslaufen. Die
Aufregung war groß als wir die erste Gletscherzunge gesehen haben. Wir haben
natürlich gleich (wie so viele andere Touris auch) versucht möglichst nah ran
zu kommen. Leider hat uns eine für normale Fahrzeuge absolut unpassierbare
Straße einen Strich durch die Rechnung gemacht. Hier auf Island gibt es
besondere F-Straßen. Diese Straßen darf man nur mit Allradantrieb und einem geländegeeigneten
Fahrzeug befahren. (Für Mietwägen komplett verboten). Diese Straßen führen alle
ins Landesinnere und ins Gebirge. Leider auch zur ein oder anderen
Gletscherzunge. Nachdem wir dann also am Hofsjökull gescheitert sind haben wir
eben beschlossen, an einer anderen Zunge unser Glück zu versuchen. Und diese
Zunge kam. Super, wir haben einen Parkplatz und einen Wanderweg zum
Heinabergsjökull gefunden. Hoch motiviert ging die Wanderung los. Das Wetter
ist hier mittlerweile dauerhaft alles andere als einladend. Nun ja, so ist es
eben im Frühjahr auf Island. Nach einer halben Stunde Fußweg mussten wir
allerdings erneut feststellen, dass wir nicht weiter kommen als vor den reißenden
Gletscherbach, den wir leider nicht überqueren können. Na dann, ein paar Fotos
gemacht, die ersten isländischen Blümchen bewundert, die sich so langsam zeigen,
und ab zurück zum Auto.
Für den Tag genug Experimente. Wir brauchen was, wo wir
wissen, dass es was zu sehen gibt. Also los in Richtung Jökulsarlón. Der
Jökulsarlón ist eine Gletscherlagune, in die die
Breiðamerkurjökull-Gletscherzunge des größten Gletschers des Vatnajökull
hineinläuft. Die Lagune mündet ins Meer. Hier werden die Eisblöcke von der
Brandung und den Gezeiten wieder am Strand angespült. Außerdem ist sie mit 248 m der tiefste See
Islands. Seine Fläche beträgt etwa 18 km². Von der Gletscherzunge bricht Eis ab
und treibt durch den See aufs Meer hinaus. Ein wahrhaft faszinierender Anblick.
Nur das Wetter spielt mal wieder nicht mit. Es wechselt zwischen Gewitter und
tief hängenden Wolken. Gute Fotos sind eher schwer zu machen.
Also ist schnell
der Entschluss gefallen, dass wir an nächsten Tag unser Glück noch einmal
versuchen. Dann auf ins Hostel. Vor lauter Gletschersee mit Eisbergen haben wir
total vergessen irgendetwas einzukaufen. Leider ist unser Hostel so weit in der
Pampa, dass es keinen Supermarkt und kein Restaurant weit und breit gibt. An
der Tankstelle gabs dann noch eine rettende Dose Sardellen in Tomatensauce. Nun
ja, blöd gelaufen. Wir hatten dann eben Spaghetti mit Butter und
Dosensardellen, während die Asiaten neben uns in der Küche Brokkoli,
Flusskrebse eine Suppe und irgendwelche Würste gekocht haben.
Leider war das Wetter
am anderen Tag so überhaupt nicht anders. Dafür hatten wir Glück und haben eine
Gletscherzunge gefunden, an die man ganz nah ran kommt. Es geht ein kleiner
Trampelpfad vom Parkplatz bis fast aufs Eis.
Trotzdem sind wir nochmal zum See gefahren. Es muss ja schließlich gehen auch bei schlechtem Wetter dieses faszinierende Schauspiel irgendwie festzuhalten. Wir haben es dann von einer anderen Ecke versucht und tatsächlich, es hat schon viel besser funktioniert.
Nach diesem kleinen
Erfolg gings dann ins Hostel am Skogafoss. Der Skogafoss ist ein sagenumwobener
Wasserfall. Angeblich hat hier früher mal ein sehr wohlhabender Mann all sein
Gold in einer Truhe hinter dem Wasserfall versteckt. Einer Frau aus Skogar ist,
als sie dann schwanger mit Zwillingen war, der Mann im Traum erschienen und hat
ihr erklärt, dass ihr Sohn an seinem 12. Geburtstag das Gold findet, wenn er
nur mit Lammfleisch und Pferdemilch aufgezogen wird. Die Frau hat sich daran
gehalten und an seinem 12. Geburtstag sah der Sohn eine Truhe im Wasservorhang
erscheinen. Seine Geburtsstunde hatte er aber leider noch nicht erreicht. Der
Junge Zog am Ring der Truhe, aber alles was er bekam, war der Ring. Dieser
wurde dann später an den Eingang der Kirchentüre gehängt. Heute liegt er im
Museum. Wir haben leider auch keine Truhe voll Gold gefunden. Naja, wir haben
auch nicht gesucht.